S-Bahn weitet 15-Minuten-Takt aus

Seit über 40 Jahren ist die S-Bahn Stuttgart das umweltfreundliche Rückgrat im ÖPNV der Region. Aufs Gleis gesetzt wurde sie 1978 mit der Aussicht auf 200.000 Fahrten von Fahrgästen an einem Tag. Mittlerweile zählt sie heute Tag für Tag über 435.000 Fahrten. Das hat 2018 zum neuen Rekord von 131 Millionen Fahrgästen geführt. Angesichts des verstärkten Klimabewusstseins wird der Zuwachs weiter steigen. Dass immer mehr Menschen die S-Bahn nutzen, ist bei weitem kein kurzfristiger Trend. Allein in den letzten zehn Jahren sind die Fahrgastzahlen um 30 Prozent gestiegen. Darauf hat der Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger und Finanzier der S-Bahn bereits 2016 reagiert und die Einführung des ganztägigen Viertelstundentakts zwischen 2017 und 2020 beschlossen. Somit steht jetzt der dritte Schritt an. Seit dem 15. Dezember fährt die S-Bahn auf den Linien S1 bis S6/S60 montags bis freitags zwischen 6 und 10 Uhr sowie zwischen 12 und 20.30 Uhr im 15-Minuten-Takt. Die verbleibende Lücke zwischen 10 und 12 Uhr wird im Dezember 2020 geschlossen. Ab dem Fahrplanwechsel 2019 steigt das tägliche Angebot von heute 838 Zügen auf 897 im Jahr 2020. Dadurch werden den Fahrgästen am Tag rund 27.500 Sitzplätze mehr geboten.

Mit dem Viertelstundentakt ist die Stammstrecke in Stuttgart zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße allerdings an der Kapazitätsgrenze angelangt. Bei der vorhandenen Infrastruktur müssen zwischen zwei Zugfahrten mindestens 2,5 Minuten liegen. Um pünktlich zu fahren, dürften die S-Bahnen maximal 30 Sekunden am Bahnsteig halten. Das ist nicht nur in der Spitzenstunde morgens zwischen 7 und 8 Uhr – wenn etwa 70.000 Menschen mit der S-Bahn unterwegs sind – kaum mehr möglich. Die Taktverdichtung soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die flexibel sind, attraktive Fahrpläne außerhalb der Hauptverkehrszeit bieten.

Für zielstrebige Qualitätsverbesserungen bei der S-Bahn haben Regionalversammlung und Landtag umfangreiche Beschlüsse gefasst. Zum einen soll das European Train Control System (ETCS) zusammen mit teilautomatisiertem Fahren ab 2025 bei der S-Bahn eingesetzt werden. ETCS ermöglicht kürzere Zugfolgen und höhere Streckenkapazitäten. Zum anderen wächst die Flotte der S-Bahn ab Anfang 2022 um 58 auf 215 Fahrzeuge. Damit können in der Hauptverkehrszeit alle Züge in maximaler Zuglänge fahren und Angebotserweiterungen umgesetzt werden. Dazu werden Komfort und Service für die Fahrgäste erhöht und unter anderem die Fahrgastinformation und die Aufenthaltsqualität in den Zügen verbessern.

Stand: 17. Dezember 2019