200-tausendste polygoCard im Umlauf

Bis Frühjahr 2017 sollen alle Abonnenten im VVS ihr elektronisches Ticket haben

Sie hat viele Vorteile und ist sehr vielseitig – die neue polygoCard des VVS. Zum einen ist sie das Nahverkehrsticket, zum anderen der Schlüssel zu weiteren Mobilitätsdienstleistungen wie Stadtmobil, Car2go oder Nextbike. Rund ein Jahr nach dem Start ist im Juni die 200.000. polygoCard vom VVS-Vertriebspartner Deutsche Bahn ausgegeben worden. Carolin Götz aus Bad Cannstatt hat den Volltreffer gelandet. Sie hat die 200.000. Karte bekommen. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler und Matthias Leber, Leiter des DB-AboCenters, gratulierten der 25-Jährigen heute und überreichten als Jubiläumsgeschenk einen DB-Reisegutschein im Wert von 200 Euro sowie 250 Freiminuten beim polygo-Partner Car2go. Außerdem kann sie zwei E-Bikes von Nextbike einen ganzen Tag lang kostenfrei ausleihen. „Nächste Woche fliege ich in den Urlaub nach Madeira. Für die Fahrt zum Flughafen nach Frankfurt nutze ich dann gleich meinen DB-Gutschein“, freut sich Götz.

Götz nutzt ihre polygoCard mit drei Zonen in der Regel zwei- bis dreimal täglich für die Fahrt zur Arbeit am Berliner Platz und Freizeitaktivitäten am Abend. Auch am Wochenende ist sie öffentlich unterwegs, um im Kulturzentrum Merlin ehrenamtlich zu arbeiten, sich mit Freunden zu treffen oder um Bummeln zu gehen. Außerdem fährt sie oft nach Ludwigsburg, um ihre Familie zu besuchen. Ein Auto hat die Cannstatterin nicht. „Ich bin seit der 5. Klasse eine treue VVS-Kundin. Bus und Bahn fahren ist viel weniger anstrengend, als mit dem Auto im Stau zu stehen“, erzählt sie bei der Übergabe am Montag.

Mit dem FirmenTicket des VVS fährt sie seit rund eineinhalb Jahren. Die polygo-Karte hat sie seit knapp einem Monat. „Früher, als ich noch mit MonatsTickets gefahren bin, musste ich mich immer am Schalter anstellen. Die polygoCard ist da viel angenehmer. Weil das Ticket drauf ist und ich mich um nichts mehr kümmern muss“, erzählt die studierte Sozialwirtin.

Die zusätzlichen Angebote der verschiedenen Mobilitäts-Dienstleister hat sie noch nicht getestet. „Dazu hatte ich noch keine Zeit. Ich muss mich erst noch genau informieren. Es ist auf jeden Fall praktisch, dass alles in einer Karte zusammengefasst ist. Man hat eh schon genug Karten im Geldbeutel“, sagt Götz. „Als erstes werde ich mich auf jeden Fall bei der Stadtbibliothek Stuttgart anmelden und die Karte dort ausprobieren.“

polygoCard: alles auf einer Karte

„Der VVS hat vor rund eineinhalb Jahren einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung elektronisches Ticketing getan“, sagte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Im Frühjahr 2015 wurden die Chipkarten in einem Feldversuch mit 300 Schülern aus Ludwigsburg getestet. Vor einem Jahr wurden dann die ersten Chipkarten verschickt. Als erstes bekamen rund 65.000 Schüler mit Scool-Abo statt des bisherigen Verbundpasses mit Wertmarke eine Chipkarte. Nach und nach wurden dann die anderen Fahrgäste, die ein Abo haben, mit der polygo-Karte ausgestattet. Bis Frühjahr 2017 sollen alle Abonnenten eine Chipkarte haben, dann sind rund 250.000 polygoCards vorwiegend mit VVS-Abo im Umlauf. In Kürze sollen bei der Deutschen Bahn auch Monats- und WochenTickets auf die Chipkarte geschrieben werden können.

Das AboCenter der DB hat bis Ende Juni diesen Jahres rund 106.000 polygoCards an Abo-Kunden ausgegeben. Bei der SSB waren es ebenfalls bis Ende Juni rund 72.000 ausgegebene Chipkarten. Die kleineren AboCenter der IGP (Interessengemeinschaft des Personenverkehrsgewerbe) und der VBN (Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH) haben zusammen rund 30.700 Karten an ihre Kunden verschickt.

Wie funktioniert das eTicket?

Konditionen und Preis des VVS-Abos bleiben unverändert, die räumliche und zeitliche Gültigkeit des Abos wird jetzt in elektronischer Form auf dem Chip gespeichert. Der regelmäßige Versand der Papierwertmarke per Post entfällt. Wer sein Tarifprodukt ändern möchte, also etwa von einem JedermannTicket zu einem Senioren-Ticket wechselt, braucht nun keinen neuen Verbundpass mehr – es müssen lediglich die Daten auf dem Chip geändert werden. Ein weiterer Vorteil: Wer seine Karte verliert oder falls sie gestohlen wird, kann sie ganz einfach über eine zentrale Hotline sperren lassen. Das AboCenter stellt dann eine neue Karte aus.

Datenschutz wird großgeschrieben

„Ganz wichtig ist es uns, dass der Datenschutz bei unserem eTicket-System gewährleistet ist. Bewegungsprofile werden bei uns nicht erstellt“, so Stammler. Das System des VVS entspricht dem bundesweiten Datenschutzstandard des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

polygo – die kann viel

Die Chipkarte ist mehr als „nur“ eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr. Sie wurde von Anfang an als multimodale Karte konzipiert. Als Markenname wurde der Begriff „polygo“ gewählt: „polygo – die kann viel“, damit können Fahrgäste zum Beispiel Mobilitätsdienstleistungen wie stationsgebundenes und flexibles Carsharing bei Car2go, Flinkster und Stadtmobil nutzen oder Mietfahrräder und Pedelecs bei Call a Bike oder Nextbike an den Bahnhöfen.

Schritt für Schritt kann die neue Chipkarte zu einer multimodalen Bürgerkarte in Stadt und Region ausgebaut werden. Bei der Stadtbücherei in Stuttgart funktioniert sie bereits als Büchereiausweis. Außerdem kann man die polygoCard auch in verschiedenen Parkhäusern des Partners Parkraumgesellschaft Baden Württemberg mbH nutzen. Auf der polygo-Webseite (www.mypolygo.de) können sich Fahrgäste über alle Angebote und neuen Funktionen von polygo informieren. Die Seite soll mittelfristig auch einen Routenplaner bieten.

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