Geringste Preisanpassung im VVS seit 2001

„FeinstaubTicket“ zum halben Preis – Neues Ausbildungs-Abo gilt schon ab September 2016

Die Verkehrsunternehmen im VVS haben in der heutigen Gesellschafterversammlung beschlossen, den Gemeinschaftstarif ab 1. Januar 2017 um durchschnittlich 1,9 Prozent zu erhöhen. Das ist die geringste Tarifanpassung seit 15 Jahren. Damals wurde der Tarif ebenfalls um 1,9 Prozent erhöht.

Die Preisanpassung wird, soweit möglich, über alle Ticketangebote verteilt. Einzelne Preise wie das KurzstreckenTicket sowie das Einzel- und 4er-Ticket für eine Zone für Erwachsene und Kinder werden nicht erhöht.

Bereits in der letzten Sitzung hatte die Gesellschafterversammlung beschlossen, ein neues Abonnement für junge Menschen in der Ausbildung einzuführen, die ein Praktikum, ein freiwilliges soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Dieses neue verbundweit gültige Abo zum Preis von 59 Euro monatlich wird bereits vorab, nämlich zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. September 2016 eingeführt. Die ersten Bestellungen sind bei den Abo-Centern der Verkehrsunternehmen schon eingegangen.

In der kommenden „Feinstaubsaison“ ab 15. Oktober 2016 soll an Tagen mit Feinstaubalarm ein Einzelticket-Ticket zum halben Preis angeboten werden. Dies ist als Anreiz für Autofahrer gedacht, an diesen Tagen auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das Angebot ist befristet bis zum Ende der Feinstaubsaison am 15. April 2017 und soll in seiner Wirkung umfassend untersucht werden.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des VVS ist, zeigt sich über diesen Beschluss sehr zufrieden: „Mit dem günstigen Preis wollen wir den Autofahrern aus der ganzen Region ein Angebot machen, an Tagen mit Feinstaub-Alarm auf die umweltfreundlichen Bahnen und Busse umzusteigen und damit einen Beitrag zu leisten, den Grenzwert einzuhalten.“ Oberbürgermeister Kuhn bedankt sich beim Verkehrsministerium und bei den Verkehrsunternehmen, dass sie die Finanzierung des „FeinstaubTickets“ übernehmen. Das Land Baden-Württemberg hatte angekündigt, 50 Prozent der entstehenden Mindereinnahmen zu übernehmen. Die übrigen 50 Prozent werden von den Verkehrsunternehmen getragen.

In diesem Zusammenhang wurde der VVS aufgefordert, das bestehende 9-Uhr-UmweltTicket konzeptionell weiterzuentwickeln und aufzuwerten. Dabei soll untersucht werden, ob das Ticket dazu dienen kann, in verstärktem Umfang die Nachfragespitze in den Hauptverkehrszeiten abzuflachen und damit zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Alle Beschlüsse zur Umsetzung der Tarifmaßnahme wurden in der Gesellschafterversammlung von allen Gesellschaftern (Verkehrsunternehmen und öffentliche Hand) einstimmig getroffen.

Die Preisanpassung im Jahr 2017 ist erforderlich, weil die Kosten der Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 1,9 Prozent gestiegen sind. Aufgrund der Preismaßnahme rechnet der VVS mit Mehreinnahmen von rund 9,3 Millionen Euro, die benötigt werden, um die Kostensteigerungen und die zahlreichen Verkehrsverbesserungen abzufangen. Bei den Kostensteigerungen sind in erster Linie die Personalkosten zu nennen. Aber auch die Kosten für die Beschaffung neuer Busse und Bahnen sowie den Bau und die Instandhaltung von Bahnanlagen sind gestiegen. Wie in den vergangenen Jahren wird aber auch der Fahrplan verbessert: So sind ab Oktober zusätzliche Stadtbahnzüge zwischen Neugereut, Bad Cannstatt und dem Neckarpark sowie auf der U13 geplant. Der Nachtverkehr auf der S-Bahn soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember ausgebaut werden. Außerdem soll das Nachtbusangebot erweitert werden. Im nächsten Jahr soll die U12 ihren Betrieb durch das Europaviertel aufnehmen.

Aufgrund der bewusst moderaten Anpassung der Preise rechnet der VVS damit, den Aufwärtstrend der letzten Jahre fortsetzen zu können. Allein in den vergangenen drei Jahren sind die Fahrgastzahlen im VVS um fast neun Prozent gestiegen.

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