Neue E-Bike-Station in Kirchheim am Neckar eröffnet

Eine neue E-Bike-Station ist heute am Bahnhof von Kirchheim am Neckar eröffnet worden. Damit haben bereits zehn Verleihstationen im Rahmen des Projekts NETZ-E-2-R in der Region Stuttgart den Betrieb aufgenommen. Drei weitere Kommunen folgen.

Die E-Bike-Station am Bahnhof von Kirchheim am Neckar bietet jeweils zehn Pedelecs zum Ausleihen und zehn weitere Abstellplätze für private Pedelecs. Als neues Angebot der Anschlussmobilität ermöglicht die E-Bike-Station einen direkten Umstieg am Bahnhaltepunkt aufs Zweirad mit elektrischer Antriebsunterstützung und bietet damit eine umweltfreundliche und individuelle Alternative zum Auto.

E-Bike-Station mit Netzcharakter

„Mit dem Konzept der Pedelec-Stationen sollen sowohl Pendler, als auch Touristen angesprochen werden: Mit dem Pedelec zum Bahnhof und mit der Bahn weiter zur Arbeit, oder am Bahnhof ankommen und dann mit dem Pedelec Ausflüge in die wunderschöne Umgebung machen, wie hier in Kirchheim am Neckar – so sieht intelligente Vernetzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel aus“, erklärte der Leiter des Projekts Rainer Gessler bei der Eröffnung. In Kirchheim am Neckar sei das Projekt auf besonders fruchtbaren Boden gestoßen, so Gessler weiter. „Die Rahmenbedingungen sind durch den Einbau der Verleihstation in das Bahnhofsgebäude ideal für ein derartig innovatives Anschlusskonzept“. In seiner Rede hob Gessler den Netzcharakter des Projektes hervor: „Mit Eröffnung der sechsten Station im Landkreis Ludwigsburg wird der Netzcharakter des Projekts hier ganz besonders sichtbar“.

 Mit dem Angebot der E-Bike-Stationen sollen sowohl Berufstätige als auch Tagestouristen angesprochen werden. „Wer zukünftig einen Ausflug plant, kann mit dem Pedelec nicht nur auf schadstoff- und geräuschlose Weise die Region erkunden, sondern das Rad im Anschluss auch einfach an der anderen Station abgeben und umweltfreundlich mit Bus und Bahn weiter reisen“, sagte Gessler bei der Eröffnung.

Das Angebot soll besonders Berufspendler motivieren, das Auto für den Weg von der Haustüre zur Bahnstation stehen zu lassen und auf Rad und Bus oder Bahn umzusteigen: Ein besonders günstiger Nachttarif von maximal zwei Euro ermöglicht es, das Pedelec am Abend mit nach Hause zu nehmen und am nächsten Morgen wieder an den Bahnhof zu fahren.

„Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde Kirchheim am Neckar an diesem Projekt teilhaben konnte, was zum einen an der Förderung und an der Aufnahme in das Projekt insgesamt liegt, zum anderen aber auch am Mut des Gemeinderates, auch als sehr kleine Kommune an diesem Projekt teilzunehmen und damit dafür zu sorgen, dass das geplante Netz der Stationen auch am nördlichsten Punkt einen Aufhänger findet. Mit dieser Pedelec-Station wird das begonnen, was für die Gemeinde eine wichtige Aufgabe ist: Den Bahnhof, der mittlerweile Eigentum der Gemeinde ist, und sein Umfeld nicht nur baulich und städtebaulich, sondern auch als Infrastrukturschwerpunkt aufzuwerten und auf Vordermann zu bringen. Der Kirchheimer Bahnhof bekommt damit wieder eine Funktion, die über den schieren Haltepunkt hinausgeht und die E-Bike-Station, die glücklicherweise im Bestandsgebäude realisiert werden konnte, stellt den ersten Schritt dazu dar“, so Uwe Seibold, Bürgermeister der Gemeinde Kirchheim am Neckar.

"Letzte Meile" mit dem E-Bike absolvieren

„Mit jeder Eröffnung wird der regionale Ansatz der Pedelec-Ausleihe sichtbarer“, sagte Thomas S. Bopp, Verbandsvorsitzender des Verbands Region Stuttgart. Mit den Elektrorädern werde „ein Ausflug entlang des Neckars zu einem ganz besonderen Erlebnis, denn man kann zwischendurch auch mal aus dem Tal hoch auf die Hänge radeln ohne gleich aus der Puste zu kommen.“ Aber nicht nur der Freizeitverkehr, gerade auch Pendler profitierten von den Leih-Pedelecs. Denn: „Die letzten Meilen vom Bahnhof nach Hause oder die ersten Meilen von Zuhause sind oft der Grund, warum die Leute das Auto nehmen“, so Bopp weiter. Das Netz an Pedelec-Stationen bezeichnete er als „Paradebeispiel für nachhaltige Mobilität“. Es sei gleichzeitig Ausdruck der guten Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der Region Stuttgart.

Günstiger unterwegs mit der polygoCard

Nutzer der neuen polygoCard können die E-Bike-Stationen zu besonders günstigen Konditionen nutzen. Die Einbindung der polygoCard garantiert, dass auch die „letzte Meile“ mit dem Pedelec von der Bahnhaltestelle nach Hause mit der neuen Mobilitätskarte bewältigt werden kann. „Der VVS freut sich sehr, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, die umweltfreundlichen Pedelecs mit der polygoCard zu nutzen – und das zu besonders günstigen Konditionen“, erläuterte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Wer ein Pedelec mit der polygoCard ausleihen möchte, muss sich lediglich beim Anbieter „nextbike“ registrieren und die Karte einmalig für diesen Dienst frei schalten lassen. Das Ausleihen geht danach einfach über das Kartenlesesystem am Eingang der Station, die Ausleihgebühren werden abgebucht. Inhaber der polygoCard erhalten ferner günstige Sondertarife und zahlen für die Nutzung der Pedelecs bis zu 25 Prozent weniger. Mit der Inbetriebnahme der E-Bike-Station komme ein weiterer Mobilitätsbaustein im Umweltverbund hinzu, so Hachenberger. Der öffentliche Nahverkehr mit Bus und Bahn werde in Kirchheim am Neckar optimal mit dem Fahrrad vernetzt – sei es für touristische oder berufliche Zwecke.

Polygo geht als Angebot für die Bürgerinnen und Bürger der Region Stuttgart aus dem Forschungsprojekt Stuttgart Services hervor, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, durch die Kombination von Mobilität und Services den Nachhaltigkeitsverbund (zu Fuß, Fahrrad, Sharingkonzepte, öffentlicher Nahverkehr und elektromobiler Individualverkehr) zu stärken und die Elektromobilität voranzubringen.

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