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9. Stuttgarter ÖPNV-Forum mit über 100 Teilnehmern

Im Fokus: Zukunft des ÖPNV in Baden-Württemberg, autonomes Fahren, neue Betreiber auf der Schiene

Beim diesjährigen Stuttgarter ÖPNV-Forum folgten mehr als 100 Verkehrsexperten aus Baden-Württemberg der Einladung des VVS. Die ganztägige Veranstaltung im Haus der Architekten wurde von den beiden VVS-Geschäftsführern Horst Stammler und Thomas Hachenberger moderiert. Im Fokus der Veranstaltung standen neben der Zukunft des ÖPNV in Baden-Württemberg Themen wie Herausforderungen bei Betreiberwechseln auf der Schiene sowie neue Mobilitätsformen wie autonomes und on-demand-Fahren.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Aufsichtsratsvorsitzender des VVS, machte in seinem Statement deutlich, dass die Zeiten für den ÖPNV im Land gut seien, jedoch noch mehr investiert werden müsse, um die Fahrgaststeigerungen im VVS fortzusetzen und den Schadstoffausstoß weiter zu senken. „Wir tun alles, um die Infrastruktur auszubauen, um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Wir werden mehr Kapazitäten schaffen, damit die umsteigewilligen Bürger auch mit uns fahren können. Dass man in einer Großstadt alles mit dem Auto anfahren will, ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte der OB. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den neuen VVS-Tarif, „der seinesgleichen suche.“

Der neue VVS-Tarif reduziert die bisherigen 52 Tarifzonen auf nur noch fünf Ringzonen. Viele Fahrgäste können sich auf Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent freuen. „Der neue VVS-Tarif ist eine gigantische Reform, aber gleichzeitig auch eine große finanzielle Leistung der öffentlichen Hand“, so der OB. Kuhn bedankte sich beim Land, das die Reform mit 42 Millionen über sechs Jahre hinweg unterstützt und bei den Landkreisen, die die restlichen Kosten gemeinsam mit der Landeshauptstadt schultern.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann referierte darüber, wie sich der ÖPNV in Baden-Württemberg für die Zukunft rüstet und welche Maßnahmen dazu bereits getroffen worden sind. „Wir haben ein ambitioniertes Ziel, und zwar den ÖPNV-Anteil bis ins Jahr 2030 zu verdoppeln.“ Dazu sei ein leistungsfähiges Angebot mit einem dichten Takt in den Ballungsräumen und ein verlässliches Grundangebot im ländlichen Raum nötig. Er informierte beispielsweise über die Einführung des neuen Metropol-Expresses, mit dem die Ober- und Mittelzentren der Metropolregion Stuttgart ab 2019/20 nahezu durchgehend im 30-Minuten-Takt an die Landeshauptstadt angebunden werden und das Regiobus-Förderprogramm, bei denen die Aufgabenträger bei der Einführung von Schnellbuslinien unterstützt werden. Er verwies aber auch darauf, dass der öffentlichen Nahverkehr im Zuge der neuen Technologien sehr viel individueller werden müsse und appellierte an die Verkehrsunternehmen, bei der Digitalisierung auch selbst Initiative zu ergreifen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stand die Themen on-demand-Verkehre und autonomes Fahren auf der Agenda. Stefanie Haaks, Kaufmännische Vorständin der Stuttgarter Straßenbahnen AG, präsentierte den neuen Ridesharing-Dienst „SSB Flex“, der als Ergänzung zum regulären Linienverkehr fungieren soll. Auch der Gründer und CEO von CleverShuttle, Bruno Ginnuth, stellte sein Angebot vor. Beide Anbieter sind seit wenigen Wochen auch in Stuttgart aktiv. Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), präsentierte in seinem Vortrag das „Testfeld Autonomes Fahren“ in Karlsruhe.

Der stellvertretende Vorsitzende des Verbands Baden-württembergischer Omnibusunternehmer e.V. (WBO) Frank Wiest sagte, dass der klassische Linienbusverkehr auch im ländlichen Raum eine Zukunft habe und dass sich private Busunternehmen auch on-demand-Verkehren widmen sollten.

Dr. Konrad Götz vom Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt erläuterte den Teilnehmern die Ergebnisse der Studie „Mobiles Baden-Württemberg“ im Auftrag der Baden-Württemberg-Stiftung. Dabei ging es um verschiedene Szenarien, wie sich Mobilität und Verkehr bis zum Jahre 2050 in Baden-Württemberg entwickeln werden.

Bei den weiteren Fachvorträgen handelte es sich unter anderem um den modernen Schienenverkehr im VVS. Dr. Florian Bitzer, Leiter Projektbeteiligte und Umwelt bei DB Projekt Stuttgart Ulm, sagte, dass das Projekt „Stuttgart 21“ die Kapazitäten im ÖPNV deutlich erhöhen würden. Matthias Lieb, Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland in Baden-Württemberg, zeigte Infrastrukturmaßnahmen auf, die seiner Meinung nach das S21 zwingend ergänzen müssten.

Ab 2019 wird die Schieneninfrastruktur in der Region Stuttgart durch neue Betreiber genutzt. Go Ahead und Abellio haben im Wege einer Ausschreibung die lukrativen Stuttgarter Netze gewonnen. Dr. Peter Raue, Technischer Geschäftsleiter bei Go Ahead, ging in seinem Vortrag darauf ein, wie sich das britische Eisenbahnunternehmen auf die Betriebsaufnahme ab 2019 vorbereitet. Aktuell größte Herausforderung sei die Personalakquise, so Raue.

Das Stuttgarter ÖPNV-Forum hat eine lange Tradition. Seit neun Jahren findet das Forum unter Regie des VVS im Haus der Architekten statt. Die meist schnell ausgebuchte Veranstaltung genießt bei Verkehrsexperten einen guten Ruf, denn jedes Jahr tragen hochrangige Referenten zu einem erstklassigen Austausch über aktuelle Themen bei.

(pk)

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