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Fahrplanauskunft nach: Tour de Region 2011 - Etappe 9

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Tour de Region 2011 - Etappe 9

Von Degerloch nach Ruit. Unbeugsame Eichen und Kommunisten.

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Anfahrt: Mit der Zacke Zahnradbahn 10) vom Marienplatz hoch nach Degerloch
Rückfahrt: Mit der Stadtbahn ab Degerloch

Selbst mittelmäßige Radfahrer schaffen diese Tour in 45 Minuten – wir haben sechs Stunden gebraucht, und das, obwohl wir diverse Reiter- und Ponyhöfe sowie den Fernsehturm links liegen gelassen haben. Sprich: Diese Strecke bietet unglaublich viele Anlässe zum Anhalten, Schauen und Genießen. Ambitionierten Papas kannman so nur empfehlen: cool bleiben. Hier hat der Nachwuchs Vorfahrt.

Schon die Fahrt mit der Zacke vom Marienplatz nach Degerloch ist ein Erlebnis,
das unsere zwei Jungs am liebsten noch ein paar Mal wiederholt hätten. Nur 500 Meter nach dem Start folgt bereits der erste Stopp, denn wir stoßen mitten in Degerloch auf eine Wildsau: Vor dem Sitz des Landesjagdverbands in der Felix-Dahn-Straße posiert ein Wildschwein in Originalgröße, das gebührend bestaunt und beklopft werden muss. Und einen Kilometer weiter wechseln wir die Sportart: In der Kletteranlage des Alpenvereins auf der Waldau schmuggeln wir uns am Empfang vorbei, und die Kinder probieren sich im Garten an leichten Routen aus. Kraxeln statt radeln – so verrinnt die Zeit. Auch weiterhin bleibt das Radfahren Nebensache; bis zum Haus des Waldes sind es keine fünf Minuten. Dort am idyllischen Forsthaus mit See und Backhäuschen könnte man leicht einen ganzen Nachmittag verbringen. Die Kinder balancieren über das große Spinnennetz im Garten, sie inspizieren in der Ausstellung eine Dachshöhle, und sie bestaunen die ausgestopften Füchse, Mäusebussards, Rehkitze und Uhus. Sogar Computerspielen darf man hier – allerdings muss man beim ökologischen PC-Waldtest den Strom auf der eingebauten Radelanlage selbst produzieren.
Mit einem geschenkten Buchenpflänzchen im Gepäck, das wir zu Hause im Garten eingraben wollen, kommen wir endlich mal etwas voran. Doch nach weiteren anderthalb Kilometern sind es nun die Eltern, die unbedingt schon wieder absteigen wollen:

Die Tour führt durch das Naturschutzgebiet Eichenhain am Rande von
Riedenberg. Aberdutzende von teils 300 Jahre alten Eichen bilden ein märchenhaftes Meer von Grün – hier weht nicht nur der Wind durch die Bäume, hier weht auch einHauch von Geschichte. Fünf der 17 Kilometer haben wir erst
zurückgelegt; doch nun kommt tatsächlich eine Durststrecke, und zwar in zweifacher Hinsicht. Zumeinen wäre es längst Zeit für einen Einkehrschwung, doch lange ist kein schöner Biergarten zu entdecken. Die Kinder nörgeln. Zum anderen führt der Weg aus dem Wald heraus, über offenes Feld
undmitten durch Riedenberg, Kemnat und Sillenbuch. Jetzt spürt man die Großstadt doch, jetzt hört man auch ihren Lärm. Der Planer der Tour ist dennoch zu belobigen: Auch auf diesem Abschnitt setzen die Jugendfarm am Auener Bach und die Spielwiese am Rossert Akzente. Und fast nie muss man auf einer Autostraße fahren. Drei Kilometer vor dem Ende bringt das Clara-Zetkin-Haus schließlich die Erlösung. Nicht, weil in dem einst sozialistischen Waldheim das „Marx’sche Manifest“ ausliegt, sondern weil der Garten mit dem großen Spielplatz himmlisch ist und Fanta und Weizen fließen. Und die Jungs haben
trotz der Fahrradtour noch immer so viel Energie, dass sie die anderen Kinder zu einem Fußballspiel verführen. Völker, hört die Signale? Nein: Bayern vor, noch ein Tor.

Allgemeinhinweis
Diese Tour ist auch unter "Themenrouten" im VVS-Radroutenplaner zu finden - inklusive Karten, Höhenprofil und GPS-Track.
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