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Tag des Nahverkehrs: Hybridbusse sorgen für bessere Luft in Ludwigsburg

Ludwigsburgs Bürgermeister Michael Ilk, LVL-Geschäftsführerin Carry Buchholz, Fachbereichsleiter Verkehr Landratsamt Ludwigsburg Axel Meier, VDV-Geschäftsführer Landesgruppe Baden-Württemberg, VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger (v.l.).

Der Bus ist nicht nur eine unverzichtbare Säule der Mobilität in Ludwigsburg, sondern vor allem auch ein wichtiges Instrument für den lokalen und regionalen Klimaschutz. Um darauf aufmerksam zu machen, hat sich der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) gemeinsam mit dem Busunternehmen LVL Jäger GmbH (LVL) am Deutschland-Tag des Nahverkehrs beteiligt. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) riefen die Beteiligten Bund und Länder dazu auf, sich vor dem Hintergrund der Klimadebatte stärker für den öffentlichen Nahverkehr zu engagieren und ein modernes Bussystem zu fördern. Mit dabei waren der Ludwigsburger Bürgermeister Michael Ilk, Axel Meier, Fachbereichsleiter Verkehr im Landratsamt Ludwigsburg, Ulrich Weber, VDV-Geschäftsführer Landesgruppe Baden-Württemberg, LVL-Geschäftsführerin Carry Buchholz und VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger.

Klimaschützer Bus

Unter dem Motto „Saubere Luft für Ludwigsburg“ haben die Initiatoren und Fahrgäste eine Fahrt mit einem der jüngsten Neuzugänge im Fuhrpark der LVL unternommen – einem Lion´s City Hybridbus von MAN. „Wir erneuern unseren Fuhrpark regelmäßig, um unsere Fahrzeuge mit innovativen und umweltfreundlichen Technologien auszustatten. Der MAN Hybridbus – angetrieben von Diesel- und Elektromotor – verbraucht bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoff und spart damit bis zu 10 000 Liter Diesel pro Jahr“, sagte Buchholz. Eine Bilanz, die sich auch im CO2- Ausstoß widerspiegelt: Der Bus belastet die Umwelt um bis zu 26 Tonnen weniger CO2 pro Jahr als vergleichbare Stadtbusse mit herkömmlicher Diesel-Motorisierung. „Ohne eine entsprechende Förderung des Verkehrsministers wäre eine solche Anschaffung innovativer Bussysteme nicht möglich“, so die LVL-Chefin.

Auch der Ludwigsburger Bürgermeister Michael Ilk und weitere Vertreter aus dem Gemeinderat machten sich für den örtlichen Busverkehr stark. „Rund 50.000 Menschen sind täglich in den Bussen in Ludwigsburg unterwegs. Der Busverkehr ist in einer wachsenden Stadt wie Ludwigsburg eine unabdingbare Stütze im Stadtverkehr. Umso wichtiger ist es, dass die Fahrten umweltfreundlich sind und mit modernster Technik erfolgen. Ich bin froh, dass wir mit der LVL ein Busunternehmen vor Ort haben, das sich dem Thema innovativer Antriebe annimmt“, so Ilk. Ludwigsburg möchte den öffentlichen Nahverkehr künftig mit einem Stadtbahnsystem oder Schnellbussen noch attraktiver gestalten. „Für das Schnellbussystem erwarten wir im Herbst die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie“, sagte Ilk.

Auch Axel Meier wird als Vertreter des Aufgabenträgers Landkreis Ludwigsburg die Bemühungen der Stadt unterstützen: „Durch unsere Standards in den anstehenden Vergabeverfahren wird der ÖPNV in Ludwigsburg auf hohem Niveau bleiben.“

Deutliche Botschaft an die Landespolitik

„Von der Landesregierung erwarten wir eine Förderung attraktiver Busverkehrssysteme. Dazu gehört eine gezielte Aufstockung der Fahrzeugförderung für Busse, aber auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG). Dieses sieht zwar eine Möglichkeit der Förderung von Busverkehrssystemen vor, allerdings hat die neue Koalition die Mittel für den ÖPNV deutlich reduziert“, sagte Ulrich Weber, VDV-Geschäftsführer Landesgruppe Baden-Württemberg. „Der Bus ist attraktiv und kann flexibel auf die Entwicklung der Fahrgastnachfrage reagieren. Es gilt, seine Potenziale beim Klimaschutz voll auszuschöpfen. Hier ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn neben den mit EURO-6-Norm äußert abgasarmen Dieselbussen stehen zahlreiche weitere innovative Antriebsarten in den Startlöchern. Allen voran der Elektrobus, der momentan bundesweit in 30 Verkehrsunternehmen getestet wird“, fügte der Landesgruppenchef hinzu.

Die Fahrten im VVS-Gebiet haben zum Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent zugenommen, für die meisten ist das Auto kein Statussymbol mehr und es werden immer weniger Führerscheine gemacht – kurz: Immer mehr Menschen steigen um. „Umso wichtiger, dass der Bus als meistgenutztes Verkehrsmittel im deutschen ÖPNV gefördert wird. Denn ohne einen vermehrten Umstieg auf den ÖPNV können die Klimaziele der Bundesregierung nicht erreicht werden. Zurecht versteht sich die Nahverkehrsbranche als Speerspitze einer dringend notwendigen Verkehrswende“, so VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger.

CO2-Einsparung mit Symbolwert

Am Ende der zehn Kilometer langen Fahrt erhielt jeder Teilnehmer ein „CO2-Sparsäckchen, das symbolisch in Form von Sonnenblumenkernen das Gewicht des eingesparten CO2 (660 Gramm) darstellte. Die VDV-Aktion fällt auf den Beginn der Europäischen Mobilitätswoche. Am 22. September 2016 werden die Säckchen von den Branchenvertretern des VDV an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Berlin überreicht – verbunden mit dem Aufruf, stärker in einen nachhaltigen Nahverkehr zu investieren. Der VDV hatte bundesweit an Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde appelliert, am Aktionstag teilzunehmen.

Informationen zum Busverkehr in Ludwigsburg

· insgesamt 29 Linien (20 ÖPNV-Linien, 5 Schülerlinien, 4 Nachtbuslinien)

· LVL-Jäger GmbH betreibt 21 Linien

· Regiobus Stuttgart (RBS) betreibt 8 Linien

· Fast 50.000 Personen in Ludwigsburg täglich mit Bussen von LVL und RBS unterwegs

· Pro Werktag werden über 8.000 Kilometer im Stadtgebiet mit Bussen gefahren, pro Jahr sind das etwa 2,4 Millionen Fahrzeugkilometer.

Informationen zum Busverkehr deutschlandweit

· 36.000 Busse befördern jährlich mehr als 4 Milliarden Fahrgäste à Bus ist bundesweit am häufigsten genutztes Nahverkehrsmittel

· Jede Fahrt mit Linienbus spart mindestens die Hälfte der Emissionen an Treibhausgasen gegenüber Pkw ein (Pkw-Auslastung von 1,5 Personen = 142 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer, Bus-Auslastung von 21 Prozent = 76 Gramm)

· Bei einer durchschnittlichen Fahrt über 10 Kilometer werden somit 660g weniger Treibhausgase ausgestoßen als mit dem Auto

· Zehn von 16 Bundesländern haben Programme aufgelegt, die unter bestimmten Voraussetzungen die Anschaffung von Bussen unterstützen, Baden-Württemberg gehört mit einem Volumen von 15 Millionen Euro dazu. Außerdem gibt es ein Förderprogramm des Landes für innovative Antriebe in Höhe von fünf Millionen Euro.