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Zwei Busfahrer sind echte Retter in der Not

Zwei Busfahrer sind echte Retter in der Not

Markus Dannenmann, stellvertretender OVK-Geschäftsführer, Busfahrer Ugur Altun und Horst Stammler, VVS-Geschäftsführer (v.l.)

VVS verleiht mutigen Busfahrern einen Sonderpreis für vorbildliche Zivilcourage

Zum dritten Mal verleiht der VVS einen Sonderpreis für vorbildliche Zivilcourage. Er geht an Ugur Altun und Mario Landwehr von der Omnibusverkehr Kirchheim GmbH (OVK). Die beiden haben sich am 29. Dezember 2017 gegen einen Mann zur Wehr gesetzt, der am Wendlinger Bahnhof eine Frau vor eine einfahrende S-Bahn stoßen wollte.

Ugur Altun schildert den Vorfall: „Herr Landwehr und ich haben uns in unserer Pause am Wendlinger Bahnhof unterhalten, als wir Schreie und Hilferufe einer Frau am Bahnsteig hörten. Wir rannten sofort hin, um zu helfen. Da haben wir gesehen, wie ein Mann die Frau an den Haaren gepackt hielt und vor die einfahrende S-Bahn zerrte. Ich habe die Frau aus den Griffen des Mannes befreit, dann ging der Täter aber plötzlich auf Herrn Landwehr los und schlug ihn zu Boden. Als ich dann meinem Kollegen zu Hilfe kam, verletzte der Angreifer mich stark an der Schulter“, erzählt Altun. „Ich habe den Mann dann zu Boden gezogen und wir haben ihn so lange festgehalten, bis die Polizei gekommen ist und den Fall übernommen hat. Ich hatte noch Glück im Unglück und bin im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge davon gekommen“, erzählt der 49-jährige Landwehr. Für seinen Kollegen Altun hat der Vorfall schlimmere Konsequenzen nach sich gezogen. Durch die Schulterverletzung konnte der 37-Jährige bis Mai 2018 seinen Dienst nicht antreten.

Laut Zeitungsberichten hatte der Täter zuvor mehrere Frauen am Bahnsteig angepöbelt und ist gegenüber einer 20-Jährigen handgreiflich geworden. Daraufhin schritt die Frau, der Altun und Landwehr zur Hilfe kamen, ein, und versuchte, den Mann zu beruhigen. Daraufhin soll er auf die 27-Jährige eingeschlagen und anschließend an den Haaren gepackt an die Bahnsteigkante gezogen haben – in der Absicht, die Frau vor den einfahrenden Zug zu stoßen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Kriminalpolizeidirektion Esslingen ermittelten wegen Körperverletzung und versuchten Totschlags.

„Der Schock über den Vorfall saß bei der ganzen OVK-Belegschaft tief. Aber ich bin stolz auf unsere Busfahrer, die beherzt eingeschritten und der Frau zur Hilfe gekommen sind. Dass die beiden nicht gezögert haben, sich gegen den Mann zur Wehr zu setzen, hat ihr wahrscheinlich das Leben gerettet“, so der stellvertretende OVK-Chef Markus Dannenmann.

„In Zeiten, in denen immer mehr Menschen wegschauen oder in Notsituationen ‚gaffen‘ ohne zu helfen, ist es besonders wichtig, einzugreifen oder Hilfe zu holen, wenn jemand in Not ist“, sagte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler bei der Übergabe des Sonderpreises. Als Zeichen des Danks und der Anerkennung überreichte der VVS-Geschäftsführer einen Theaterhausgutschein und einen Restaurantgutschein im Wert von jeweils 100 Euro.

Sowohl Altun als auch Landwehr sind auf allen OVK-Linien im Einsatz, vorwiegend aber auf den Linien in und um Wendlingen.

Der Sonderpreis für vorbildliche Zivilcourage wurde vom VVS zum dritten Mal vergeben. Er wird immer dann verliehen, wenn sich jemand – egal ob Busfahrer, Fahrgast, Lokführer, Passant – im Zusammenhang mit dem ÖPNV besonders für das Wohl eines anderen Menschen eingesetzt hat.

Im Verbundgebiet gibt es 422 Buslinien, die von rund 40 Verkehrsunternehmen gefahren werden. Darunter die OVK, die mit rund 45 Mitarbeitern auch die Stadtverkehre in Kirchheim und Wendlingen betreibt. Im OVK-Fuhrpark stehen 30 Linienbusse mit modernster Niederflurtechnik, davon viele schon mit Euro 6, dem höchsten Anspruch an die Umweltverträglichkeit. OVK ist ein reines Familienunternehmen, das seit fast 90 Jahren für die umweltfreundliche Mobilität der Menschen im Landkreis Esslingen
sorgt. Seit dem Jahr 2002 gehört die OVK zum Firmenverbund
Dannenmann mit Sitz in Weinstadt.

Stand: 28. August 2018