VVS-Umsteigerfamilie 2010
vom 7. Juli 2010
In den nächsten Urlaub geht’s mit der Bahn
Vier Wochen durften Ursula und Thomas Tress keine Hand an die Lenkräder ihrer beiden Autos legen. Der Smart und der alte Golf rührten sich seit dem 7. Juni nicht mehr vom Fleck. Für ihr Durchhaltevermögen wird die Familie belohnt. VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger überreichte den Gewinn: ein JahresTicketPlus und einen Reisegutschein der Deutschen Bahn im Wert von 1000 Euro.
Die Familie freut sich riesig. In Sachen Bahnreisen ist sie erprobt. Ursula Tress: „Wir sind schon einige Male mit der Bahn in den Urlaub gefahren, meistens an die Nord- oder Ostsee. Das hat auch mit viel Gepäck gut geklappt. Wir haben es dann mit einem Kurierdienst schon vorausgeschickt und konnten es an unserem Reiseziel entgegennehmen.“ Wohin es mit dem Reisegutschein geht, wissen die Herrenberger noch nicht. „Auf jeden Fall aber ans Meer“, ist sich Mama Tress sicher.
Und das Fazit? Dass die Familie sich vier Wochen nicht in ihre beiden Autos setzen durfte, hat sie nicht gestört. Vorher wurden noch 19 Getränkekisten im Keller deponiert, die bis zum Ende der Auto-Auszeit gereicht haben. So kam der Fahrrad-Anhänger für die Getränkekisten gar nicht zum Einsatz. Alle anderen Einkäufe wurden während der Aktion im Anhänger nach Hause transportiert. Von der Nähe zum S-Bahnhof Herrenberg hat die Familie profitiert. „Ohne die S-Bahn wäre hier tote Hose“, meint der Familienvater, der schon seit Jahren aus dem ländlich geprägten Herrenberg mit der Bahn zur Arbeit nach Stuttgart-Feuerbach fährt. Auch für Ausflüge in die Region ist der Bahnhof ein idealer Ausgangspunkt. Die ganze Familie hat gemerkt, dass es sich auch ohne Auto gut leben lässt. Deshalb werden sie auch weiterhin so viel wie möglich Bus und Bahn fahren oder das Fahrrad nehmen. Das Problem, wie Johannes donnerstags und freitags zu Oma und Opa nach Öschelbronn kommt, wurde übrigens auch gelöst. Sein Bruder Marius hat sich tatsächlich erbarmt, den kleinen Jo zu begleiten.
vom 4. Juli 2010
Der Beweis ist erbracht!
Der kleine „Fuhrpark“ der Familie hat sich vier Wochen lang tatsächlich keinen Millimeter bewegt. Ein Blick auf die Tachoanzeigen der beiden Familienautos zeigt: Die Aktion „Umsteigerfamilie“ war für die Familie Tress ein voller Erfolg.


vom 27. Juni 2010
Papas Fahrrad bekommt eine Anhängerkupplung
Bei strahlendem Sommerwetter hat Familie Tress im Garten gegrillt. Papa Tress ist mit Sohnemann Johannes ins Freibad gefahren. Inzwischen hat auch er eine Anhängerkupplung an seinem Fahrrad. Jo freut sich und packt ihn bis obenhin voll: Außer Badematten und Handtüchern kann er noch seine Schwimmnudel und ein paar Wasserpistolen mitnehmen. Am Nachmittag hatten die Herrenberger einen Termin: Das Fußballspiel gegen England wollten sie natürlich nicht verpassen.
vom 26. Juni 2010
Molekulareis und Gummibärchen
Mama Ursula ist heute mit ihren beiden Jungs in der S-Bahn zur Uni Stuttgart gefahren, die einen „Tag der Wissenschaften“ veranstaltet hat. Fast den ganzen Nachmittag haben sie bei den Chemikern verbracht. Dort konnten sie weißes Himbeer-Molekulareis probieren, viele Versuche starten und eine Gummibärchen-Vorlesung besuchen. Der kleine Jo war abends so müde, dass er auf der Rückfahrt eingeschlafen ist.
Weil die S1 wegen der Tunnelrampensperrung im Hauptbahnhof am Wochenende über die Gäubahnstrecke umgeleitet wurde, sind sie auf der Hinfahrt in Vaihingen in eine andere S-Bahn-Linie umgestiegen. „Das hat wunderbar geklappt“, berichtet Ursula Tress. „Auf dem Rückweg haben wir den Schlenker über den Hauptbahnhof gemacht, auch das war kein Problem“.
vom 20. Juni 2010
Auf zu den Rittern
Heute war besonders für Sohn Johannes ein großer Tag: Schon seit einiger Zeit stand fest, dass Familie Tress heute nach Horb fährt, um sich die Ritterspiele anzuschauen. Mit dem Regionalexpress kamen die vier Herrenberger bei strahlendem Sonnenschein im Horber Bahnhof an. Auf dem Festgelände war der kleine Jo beim Anblick der Ritter und Pferde schnell begeistert.
Von der Tribüne aus hatte Familie Tress gute Sicht auf die Spiele, wenn ihnen auch die Sonne direkt ins Gesicht schien. Aber es wäre ja schade, wenn man im Sommer statt Sonnenmilch und Sonnenbrille einen Regenschirm dabei haben müsste. Für alle vier war es ein toller Tag in Horb. Vor allem Johannes war schwer beeindruckt. Lange hatte er kein anderes Gesprächsthema mehr als die „echten Ritter“.
vom 19. Juni 2010
Mama Tress und Jo brauchen keinen Parkplatz
Am Samstagvormittag ging es mit den Rädern zum Einkaufen in die Stadt auf den Wochenmarkt. Dass es währenddessen geregnet hat, hat Familie Tress kaum gestört. „Wir hatten Regenjacken an und unser Fahrradanhänger hat ein wasserdichtes Verdeck“, berichtet Ursula Tress. Nachmittags hatte Papa Tress so gut wie „sturmfreie Bude“. Seine Frau Ursula ist mit Söhnchen Johannes auf den Töpfermarkt nach Darmsheim gefahren. Nicht mit dem Auto natürlich, sondern mit dem Regionalexpress um 14:11 Uhr ab Herrenberg bis Böblingen und weiter mit dem Bus nach Dagersheim. Von dort aus hatten die beiden noch ein Stück zu laufen. Aber sie stellten erfreut fest, dass es denen, die mit dem Auto da waren, nicht anders erging. Die parkenden Autos standen fast bis zur Bushaltestelle in Dagersheim und so mussten alle das letzte Stück bis zum Töpfermarkt zu Fuß bewältigen.
Johannes hat auf dem Töpfermarkt das Richtige für sich gefunden: eine Vogelpfeife, die er stolz nach Hause trug. Die Rückfahrt war übrigens wieder ganz einfach: Mit dem Bus ab Darmsheim zum Bahnhof in Böblingen und dann mit dem Regionalexpress nach Herrenberg. Vater Thomas hat die Abwesenheit seiner Frau und seines jüngsten Sohnes genutzt, um Ordnung im Haus zu schaffen und den Garten auf Vordermann zu bringen.
vom 12. Juni 2010
Spontan auf Achse
Nach dem Mittagessen hat Familie Tress sich zum Bahnhof aufgemacht, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Als sie dort eintrafen, fuhr gerade die Regionalbahn Richtung Singen ein. Spontan stiegen die vier Herrenberger ein und fuhren bis Bondorf zum Krämermarkt, wo sie den restlichen Samstagnachmittag verbrachten.
vom 11. Juni 2010
Die neuen Stars von Herrenberg
Ähnlich wie bei unserer Umsteigerfamilie vom letzten Jahr, Familie Bucksch aus Ludwigsburg-Poppenweiler, erlangt Familie Tress in ihrem Heimatort mittlerweile einen ziemlich hohen Bekanntheitsgrad. „Es gibt jetzt an jeder Ecke ein Gesprächsthema“, berichtet Papa Tress. „Bestimmt hundert Leute haben uns schon angesprochen und gefragt, wie es uns ergeht.“
Heute war Familie Tress auf Radtour. Sie ist zum Weinbergfest nach Wurmlingen gefahren. Der kleine Jo hatte sich vorher ausnahmsweise zu einem Mittagsschlaf überreden lassen, sodass er den Anstieg zum Fest ohne Murren meisterte. Anschließend gab es dafür auch eine Belohnung: Mit einer roten Wurst und einer Limo war die verlorene Energie schnell wieder aufgetankt. Für den Rückweg hat die Kraft allerdings nicht mehr gereicht. Als es dunkel wurde, hat er sich einfach in den Fahrradanhänger gelegt und die komplette Heimfahrt verschlafen. Der Rest der Familie hatte Spaß.
vom 09. Juni 2010
Horn im Hänger
vom 07. Juni 2010
Johannes macht sein Rädle startklar
Das vergangene Wochenende hat die Familie noch einmal für einen Ausflug mit dem Auto genutzt. Die vier aus Herrenberg sind ins Elsass gefahren. Das zweite Auto, der Smart, durfte sich damit seine Auszeit schon etwas früher nehmen. Warum die Familie, die so wenig mit dem Auto unterwegs ist, überhaupt zwei Autos hat, erklärt sich so: Als Ursula und Thomas 2005 geheiratet haben, gingen beide Autos in die Ehe mit ein und sind bis heute geblieben. Der 12 Jahre alte Golf, der schon rund 200 000 Kilometer gelaufen ist, darf sozusagen noch seinen Lebensabend bei der Familie in Herrenberg verbringen. „Wir wollen die Autos so lange fahren, bis sie das Zeitliche segnen. Danach werden wir uns überlegen, ob wir überhaupt wieder ein Auto kaufen. Dass wir momentan einen Zweitwagen haben, hat sich so ergeben, ist aber absolut überflüssig“, sagt Thomas Tress.
Papa Thomas, der bei der Firma Bosch in Stuttgart-Feuerbach als Systemberater im IT-Bereich arbeitet, nimmt regelmäßig den Regionalexpress um 7:26 Uhr zum Stuttgarter Hauptbahnhof und fährt von dort aus mit der S-Bahn weiter nach Feuerbach. Zum Bahnhof in Herrenberg fährt er mit dem Fahrrad und wenn es regnet, mit dem Bus 780, der vor dem Haus der Familie im Wohngebiet Holdergraben hält. Mama Ursula geht donnerstags und freitags zur Arbeit. Zur Bankfiliale in der Schwarzwaldsiedlung radelt sie oder geht zu Fuß. Der älteste Sohn Marius nimmt die bevorstehende autofreie Zeit nach wie vor gelassen. „Für ihn sind vier Wochen ohne seinen Computer schlimmer als vier Wochen ohne Auto“, amüsiert sich Mutter Ursula.
Die Tachostände hat die Familie vor dem ersten Tag ohne Auto mit der Kamera festgehalten. Sollten sich die bis zum Ende der Aktion nicht ändern, haben sich die Herrenberger das JahresTicket Plus und den Reisegutschein verdient.


Umsteigerfamilie startet vierwöchiges Autofasten
Ursula und Thomas Tress und ihre beiden Söhne Marius (14) und Johannes (4) sind die Umsteigerfamilie des Jahres. VVS und Gäubote haben die Familie ausgewählt, die nun vier Wochen lang auf ihr Auto verzichtet und stattdessen auf Bus und Bahn oder das Fahrrad umsteigt. Ausgestattet mit jeweils einem VVS-MonatsTicket berichtet die Familie hier und im Gäuboten in regelmäßigen Abständen über den neuen Familienalltag, bis zum Abschluss der Aktion.
Wenn das Experiment gelingt, werden die vier Herrenberger am Ende mit einem JahresTicket Plus, das für das gesamte VVS-Netz gültig ist, und einem DB-Reisegutschein belohnt. Im Gäuboten, der zusammen mit dem VVS nach der Umsteigerfamilie 2010 suchte, hatte Familie Tress von der Aktion gelesen. Kurz vor knapp schickte Ursula Tress die Bewerbungsmail ab, denn die Frist war schon fast abgelaufen. „Wir haben lange überlegt“, gibt die 39-Jährige zu, „aber es reizt uns, den Versuch zu wagen“.
Die beiden Autos der Familie, werden sowieso nur selten genutzt. Vater Thomas fährt jeden Tag mit der Bahn zu seiner Firma in Stuttgart. Ursula arbeitet zwei Mal in der Woche in einer Bankfiliale in ihrem Heimatort und nimmt das Fahrrad, wenn sie nicht zu Fuß läuft. Auch dem 14-jährigen Marius fällt der Abschied vom Auto nicht schwer. Wenn er nicht mit seinen Freunden Computer spielt, bläst er während seiner Freizeit ins Tenorhorn oder geht ins Schwimmbad. Zur Musikschule, zum Schwimmen und zur Schule kommt er mit dem Bus oder zu Fuß. Der vierjährige Filius Johannes hat es zum Kindergarten nicht weit. Wenn Ursula arbeitet, bringt sie Johannes immer in der Mittagspause mit dem Auto zu Oma und Opa nach Öschelbronn. Dafür muss jetzt eine neue Lösung her. Wie die aussieht, weiß Ursula noch nicht. „Vielleicht bringt Marius ihn mit dem Bus hin“, fällt ihr ein, was ihrem älteren Sohn ein Grinsen entlockt, aus dem nicht so ganz ersichtlich ist, wie ihm diese neue Aufgabe gefällt.
Den ersten Einkauf hat Familie Tress schon erledigt und ein paar Getränkekisten besorgt. Nachschub wird die Familie mit dem Fahrradanhänger holen. „Die größte Herausforderung werden die Wochenenden sein“, vermutet Vater Thomas. „Wir unternehmen viel, machen zum Beispiel oft Ausflüge an den Bodensee. Das geht zwar auch mit dem Zug, aber im Auto bekommen wir mehr Gepäck unter als in der Reisetasche“, meint der 45-Jährige.
Wird Marius seinen kleinen Bruder im Bus zu Oma und Opa nach Öschelbronn begleiten? Wie klappt der erste Großeinkauf? Wie die Familie ihren Alltag ohne Auto meistert und was sie dabei erlebt, wird sie hier regelmäßig berichten. Wir sind gespannt!








