Busfahrerin des Jahres „fährt“ sich bereits nach einem Jahr in die Herzen ihrer Fahrgäste

Yvonne Becht ist Busfahrerin des Jahres im Stadtgebiet Stuttgart – VVS verleiht Auszeichnung zum 16. Mal

Yvonne Becht von der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) am Standort Gaisburg ist zur Busfahrerin des Jahres im Stadtgebiet Stuttgart gewählt worden. Sieglinde Hahn, Fachbereichsleiterin Fahrbetrieb bei der SSB, und VVS-Geschäftsführer Horst Stammler haben der Busfahrerin heute gratuliert. Sie überreichten der Gewinnerin einen Easy-Ticket-Gutschein im Wert von 200 Euro, der für Eintrittskarten verschiedenster Art eingelöst werden kann – zum Beispiel für ein Konzert, Musical oder ein Heimspiel des VfB.

Seit einem Jahr sitzt Yvonne Becht hinter dem Bussteuer. Zuvor war die 50-Jährige im Verkauf tätig, wollte sich dann aber noch mal beruflich neu ausrichten. Mit Erfolg: In kurzer Zeit hat sie sich sprichwörtlich geradezu in die Herzen ihrer Fahrgäste gefahren. „Mir hat die ruhige und freundliche Art der Busfahrerin sehr imponiert“, erzählt ein Fahrgast. Er war auf einer Fahrt von Yvonne Becht mit an Bord und hat die verschiedenen Situationen, die dabei Eindruck auf ihn gemacht haben, auf dem Stimmzettel geschildert. Da ist beispielsweise von einer Frau mit Baby die Rede, die in letzter Sekunde zur Haltestelle gehastet kam und der Frau Becht nicht die Türen von der Nase zugemacht hat oder von einem etwas nervös und hilflos wirkendem älteren Paar, dem die Busfahrerin beruhigend zuredete und das sie pünktlich zum Hauptbahnhof brachte.

Gerade die vielen unvorhersehbaren Situationen, in denen man spontan reagieren muss, sind das Besondere, was die Weilimdorferin an ihrer Arbeit reizt und was sie zu ihrem neuen Beruf gebracht hat. „Ich habe gerne mit vielen Menschen Kontakt und beim Busfah-ren im Stadtverkehr wird es einem nie langweilig. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und es freut mich, wenn ich diese gut meistern kann“, erzählt Yvonne Becht. Der Berufswechsel ohne Vorkenntnisse sei eine Herausforderung gewesen, aber machbar. „Man muss es aber auch wollen und Respekt, jedoch keine Angst, vor der neuen Aufgabe haben“, so Becht. Sie hat auch ein Geheimrezept, wenn es Schul- oder Kindergartenkinder den Geräuschpegel im allzu arg Bus anheizen: „Dann stimme ich übers Mikro ein Liedchen an oder fordere auch mal dazu auf, dass die Kinder mir ein Lied vorsingen. In den Strophen wird es dann meister ruhiger“, schmunzelt die Busfahrerin.

„Wenn man seine Arbeit mit Freude macht so wie Frau Becht“, betonte Sieglinde Hahn, „dann strahlt dies aus – auf Kollegen und Fahrgäste.“ Den Dienstleistungsgedanken, den sie während ihres bisherigen Berufslebens entwickelt habe, könne Frau Becht nun „bei der SSB leben.“

Die Busfahrerin ist auf allen Linien des Betriebshofes Gaisburg, al-so den 40er-, 50er-, 60er-, und 90er-Linien, unterwegs. Damit ist sie vorwiegend in der Stuttgarter City und in den innenstadtnahen Stadtbezirken im Einsatz.

Mit dem jährlichen Wettbewerb „Busfahrer des Jahres“ möchte der VVS allen Busfahrerinnen und Busfahrern für ihren täglichen Einsatz und ihr Engagement in einem immer anspruchsvolleren, stres-sigen Arbeitsumfeld danken. „Busfahrerinnen und Busfahrer sind die Visitenkarten des öffentlichen Nahverkehrs. Sie müssen trotz zunehmend vollen Straßen und zahlreichen Baustellen immer den Überblick behalten und ihre Fahrgäste sicher und pünktlich ans Ziel bringen – gerade im dichten Stuttgarter Verkehr ist das keine ganz einfache Aufgabe. Wer dann noch ein Lächeln auf den Lippen hat und seine Sache so wie Frau Becht richtig gut macht, der hat eine Anerkennung verdient“, so VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. „Und natürlich wollen wir auch mit dieser Aktion für den Beruf des Busfahrers werben. Die Branche ist dringend auf Nachwuchs angewiesen“, gab Stammler an. Das Angebot wird regelmäßig verbessert. Zum Fahrplanwechsel kommt zum Beispiel die neue Ex-pressbuslinie X7 von Harthausen, Bonlanden und Plattenhardt über Stetten und die B27 nach Degerloch hinzu. Außerdem wird die Linie 65 zum Flughafen verlängert. „Das heißt natürlich auch, dass der Bedarf nach qualifiziertem Fahrpersonal steigt“, fügte Stammler hinzu.

Der Wettbewerb „Busfahrer des Jahres“ wird vom VVS seit 2004 ausgeschrieben, also in diesem Jahr bereits zum 16. Mal. Beurteilt werden vor allem Fahrstil, Freundlichkeit sowie fachliche Kompe-tenz bei Auskünften über Verbindungen und Tarife.

Im Verbundgebiet gibt es fast 400 Buslinien, wovon die SSB 53 fährt. Deren Busse legen im Jahr rund 15 Millionen Kilometer zurück. Die rund 700 Busfahrer der SSB befördern dabei rund 54 Mil-lionen Fahrgäste. Im Fuhrpark des städtischen Verkehrsunterneh-mens stehen über 260 Busse.

Stand: 27. August 2019