DFI-Anzeiger in Kornwestheim installiert

Pilotprojekt – Anzeiger informiert über Abfahrten von Bussen in Echtzeit – kostengünstiges DFI-System

Die Digitalisierung im öffentlichen Nahverkehr bietet den Fahrgästen immer besseren Service. In Kornwestheim können sie sich nun an der Haltestelle Johannesstraße (stadtauswärts) erstmals an einem Dynamischen Fahrgastinformationsanzeiger (DFI-Anzeiger) informieren, ob ihr Bus pünktlich kommt oder sich die Ankunft verzögert. Im Gegensatz zum normalen Fahrplan, der auf den regulären Solldaten basiert, ist auf dem neuen Display nun minutengenau die tatsächliche Abfahrtszeit erkennbar. An Standorten im VVS (neben Kornwestheim auch in Sindelfingen) werden aktuell verschiedene DFI-Techniken im Praxistest erprobt.

„Das Thema Digitalisierung betrifft heutzutage nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir den DFI-Anzeiger als eine tolle Verbesserung im öffentlichen Nahverkehr ansehen und es ist für uns ebenso selbstverständlich, an diesem Pilotprojekt teilzunehmen“, so Kornwestheims Erster Bürgermeister Dietmar Allgaier.

„Eine rasche Information in Echtzeit ist ein Qualitätsmerkmal im öffentlichen Nahverkehr, das wir immer weiter ausbauen wollen. Dank der technischen Fortschritte kommt in Kornwestheim eine neue Variante von DFI-Anzeigern zum Einsatz, die kostengünstiger ist und mit weniger Aufwand installiert werden können“, berichtet VVS-Geschäftsführer Horst Stammler.

Das Besondere an diesen „DFI-light“-Anzeigern: Im Gegensatz zu den über 1.000 bestehenden DFI-Anzeigern im VVS, die überwiegend an Bahnhöfen und Stadtbahnhaltestellen stehen, haben sie ein relativ kleines, energiesparendes Display, das direkt in den Haltestellenmast integriert werden kann. Sie werden über Laternenstrom, Batterie oder Solar betrieben. Der Vorteil ist, dass dadurch teure Erdarbeiten bei der Installation entfallen und sie im Vergleich zu den klassischen DFI-Anzeigern deutlich weniger kosten. Dieses System ist dadurch auch für Bushaltestellen attraktiv, bei denen bislang aus Kostengründen auf klassische DFI-Anzeiger verzichtet wurde. Dank einer kontrastreichen „ePaper-Technologie“, die eine papiernahe Darstellung ermöglicht, sind die Informationen auf dem Display besonders gut lesbar. In Kornwestheim kommt ein Anzeiger zum Einsatz, dessen Akku über Solarstrom gespeist wird. Für den Anzeiger hat der VVS rund 4.500 Euro investiert.

Kommunen, die ebenfalls Interesse an diesem DFI-System haben, haben in den vergangenen Wochen beim VVS entsprechenden Bedarf angemeldet. Die Pilot-Installation der DFI-light-Anzeiger ist Teil eines Projektes, das durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert wird.

So funktioniert die Echtzeit

Voraussetzung für DFI-Anzeiger sind Echtzeitdaten. Dafür haben die beteiligten regionalen Busunternehmen und der VVS in den vergangenen Jahren ein mandantenfähiges rechnergestütztes Betriebsleitsystem (RBL) aufgebaut. Damit liegen inzwischen für das gesamte Verbundgebiet Echtzeitinformationen vor. Die Busse senden über GPS stetig ihre Standorte an das RBL-System. Dort wird die aktuelle Position mit dem hinterlegten Fahrplan abgeglichen und anschließend eine Fahrplanprognose berechnet. Diese Information wird an eine spezielle Plattform, die regionale Datendrehscheibe des VVS, weitergeleitet. Dort werden die aktuellen Echtzeitprognosen aller Verkehrsunternehmen im VVS-Gebiet gebündelt und an die elektronische Fahrplanauskunft weitergeleitet. Die Echtzeitdaten können zum Beispiel von den Fahrgästen auf der VVS-App abgerufen oder auch auf DFI-Anzeigern dargestellt werden. Außerdem dienen sie zur Sicherung der Reisekette, weil der Busfahrer beispielsweise weiß, ob er auf die S-Bahn oder einen anderen Bus warten kann.

(ps)

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