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Fragen zum Fahrplanangebot

Warum bedient die S-Bahn nicht alle Starts und Landungen am Flughafen?

 

Die erste S-Bahn aus Richtung Stuttgart erreicht den Flughafen um 05:22 Uhr, am Wochenende um 05:52 Uhr. Die letzte S-Bahn in Richtung Stuttgart verlässt den Flughafen um 00:08 Uhr. Mit diesem Fahrplankonzept kann man die ersten Linienflüge, nicht aber die ersten Charterflüge erreichen. Mit der letzten Abfahrt können alle Landungen bedient werden, wenn die ankommenden Flugzeuge pünktlich sind.

 

Um zuverlässig alle Starts und Landungen mit der S-Bahn bedienen zu können, müsste die erste Ankunft eine Stunde früher, also um 04:22 Uhr, liegen. Die letzte S-Bahn dürfte frühestens um 00:38 Uhr abfahren, also eine halbe Stunde später.


Zusammen mit dem Verband Region Stuttgart als dem Aufgabenträger der S-Bahn und der Flughafen Stuttgart GmbH haben wir schon verschiedene Betriebskonzepte erarbeitet. Das Problem ist, dass man sich nicht nur auf die Linie S2 beschränken kann, weil sonst nur die Bürger entlang dieser Linie von den Verbesserungen profitieren würden. Die Betriebszeiten des gesamten S-Bahn-Netzes müssten ausgedehnt werden.


Der erhebliche Betriebsaufwand (neben zusätzlichen Nachtschichten für Triebfahrzeugführer, Stellwerksbediener, Prüf- und Aufsichtspersonal sind noch die üblichen Kosten für die Gleisbenutzung und die variablen Kosten pro zurückgelegten Kilometer zu berücksichtigen) muss erst erwirtschaftet werden. Aufgrund von Fahrgastzählungen und ? befragungen wissen wir, dass die Nachfrage in den frühen Morgenstunden und in der Nacht ansonsten gering ist. Außer den Fluggästen ist vor allem am frühen Morgen mit keiner nennenswerten Nachfrage zu rechnen.


Daher stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis zueinander. Der Unterschiedsbetrag müsste als Zuschuss durch Steuergelder gedeckt werden. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen verständlicherweise nicht aus, um alle Verbesserungswünsche erfüllen zu können. Daher hat sich der Verband Region Stuttgart zunächst darauf konzentriert, in den nachfragestarken Zeiten Verbesserungen einzuführen. Weitere Verbesserungen sind bei der aktuellen Haushaltssituation nicht durchsetzbar. Gleichwohl wird die Verbesserung der Flughafenanbindung weiterhin verfolgt.


Prüfen Sie in allen Fällen anhand unserer Elektronischen Fahrplanauskunft, ob es im Einzelfall nicht doch einen "öffentlichen" Weg zum Flughafen gibt. Gerade an Wochenenden bieten Nachtbusse doch die eine oder andere unverhoffte - wenn auch bisweilen exotisch anmutende - Verbindung.

 

Warum fährt die S-Bahn zu bestimmten Zeiten nicht häufiger?

 

Im derzeitigen S-Bahn-Angebot gibt es noch einige Zeiträume, die nicht optimal bedient werden. Am häufigsten sind die Wünsche nach der Ausweitung des 15-Minuten-Takts nachmittags und abends, der Ausdehnung des Betriebs an Wochenenden über 0:30 Uhr hinaus und der früheren Anbindung des Flughafens.

 

Diesen Wünschen kann nur dann entsprochen werden, wenn die Kunden selbst das Geld beisteuern - letztlich über höhere Tarife - oder die öffentliche Hand tiefer in die Taschen der Steuerzahler greift. Die Deutsche Bahn AG als Betreiber der S-Bahn ist nämlich nur bereit, zusätzliche Leistungen zu fahren, wenn sie durch zusätzliche Einnahmen oder durch öffentliche Zuschüsse ausgeglichen sind.

 

Warum gibt es keine Direktverbindungen von Zuffenhausen zum Flughafen?

 

Für den derzeitigen Zustand gibt es folgende Begründung:
Eine Erhebung des ÖPNV-Anteils im Privatreiseverkehr des Flughafens Stuttgart von 1997 sagt aus, dass 28,6% aller Privatreisenden aus dem Rems-Murr-Kreis und somit aus dem Einzugsgebiet der S2 und S3 kommen. Damit wurde übrigens ein Gutachten des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Universität Stuttgart, das während der Planungsphase der Flughafen-S-Bahn erstellt wurde, bestätigt.

Die Linien S1, S2 und S3 bilden zwischen Bad Cannstatt und Vaihingen in der Hauptverkehrszeit einen 5-Minuten-Takt. Ebenso verhält es sich zwischen Zuffenhausen und Schwabstrasse mit den Linien S4, S5 und S6. Alle 6 Linien ergänzen sich zwischen Hauptbahnhof und Schwabstrasse zu einem 2,5-Minuten-Takt, wobei jeweils wechselweise ein Zug aus Bad Cannstatt und ein Zug aus Zuffenhausen fährt.

 

Problematisch ist, dass die Infrastruktur sowohl zwischen Zuffenhausen und Hauptbahnhof als auch zwischen Schwabstrasse und Vaihingen nur eine minimale Zugfolge von 3,75 Minuten zulässt. Daher war beim Bau des S-Bahn-Netzes die Entscheidung zu treffen, ob die Liniengruppe S1/S2/S3 oder die S4/S5/S6 über die Schwabstrasse hinaus geführt werden.


Mit der S1/S2/S3 wird der höchste Direktfahreranteil zum Flughafen erreicht. Außerdem bieten die S2/S3 den größten Reisezeitvorteil gegenüber dem Individualverkehr, da es aus dem Rems-Murr-Kreis keine leistungsfähige direkte Straßenverbindung zum Flughafen gibt.


Durch entsprechende Fahrplangestaltung wurde erreicht, dass in der Regel aus Richtung Zuffenhausen in Richtung Vaihingen und umgekehrt in 2,5 Minuten (minimale Taktzeit) umgestiegen werden kann.

 

Warum halten RE nicht in Stuttgart-Vaihingen?

 

In der Fahrtrichtung Herrenberg - Stuttgart verkehrt der RE ab Rohr auf dem Gäubahngleis. Dieses Gleis hat in Vaihingen keinen Bahnsteig. Der Halt am S-Bahn-Bahnsteig an Gleis 3 scheitert an der Kapazität. Im Berufsverkehr (morgens zwischen 05:00 und 08:00 Uhr sowie nachmittags zwischen 15:30 und 18:30 Uhr) hält alle 5 Minuten eine S-Bahn in Vaihingen Gleis 3. Dazwischen kann kein weiter Zug aufgenommen werden.

 

Somit gibt es nur die Möglichkeit, an Gleis 4 einen zusätzlichen Bahnsteig zu bauen. Ein derartiger Bahnsteig würde sehr teuer werden, weil zunächst Platz geschaffen werden müsste (das Gleis 5, heute für das Abstellen von Güterwagen benutzt, müsste abgebaut werden) und dieser neue Bahnsteig mit barrierefreiem Zugang (mittels Aufzug) an die vorhandene Unterführung angeschlossen werden müsste. Unlösbar ist das Problem an Gleis 1. Weil die auf der Gäubahn eingesetzten neuen Triebzüge ET 425 einen Stufeneinstieg mit 55 cm Höhe über Schienenoberkante haben, dürfen sie nicht an S-Bahn-Bahnsteigen mit 96 cm Höhe halten. Der tiefe Spalt von 41 cm wäre eine zu große Gefahrenquelle.


Die Fahrzeitverlängerung von 2 bis 3 Minuten wäre im Vergleich zur Gesamtfahrzeit Stuttgart - Singen (2 Stunden 20 Minuten) sicherlich tolerierbar, wenn sich eine andere Fahrlage der RE in das vorhandene Fahrplankonzept einfügen lassen würde. Da die Gäubahn ab Horb nur eingleisig ausgebaut ist, würde eine um 2 bis 3 Minuten verschobene Fahrlage der RE pro Richtung den gesamten Fahrplan in Frage stellen. Bei einer früheren Abfahrt im Hauptbahnhof würde wichtige Anschlüsse (u.a. aus dem ICE-Anschluss aus Mannheim) aufgegeben werden. Die derzeit langen Aufenthalte in Eutingen können nicht gekürzt werden, weil seit der Elektrifizierung der Strecke Eutingen - Freudenstadt die Gäubahnzüge "geflügelt" werden, um Direktverbindungen Stuttgart - Freudenstadt anbieten zu können. Das Flügeln kostet mehrere Minuten Zeit.


Die verkehrlichen Verbesserungen eines RE-Halts in Vaihingen würden sich in Grenzen halten. Die Ankunft der RE wäre zur Minute 31 oder 32. Durch den Weg von Gleis 4 nach Gleis 3 durch die Unterführung wäre die nächste Anschlussverbindung mit der S-Bahn Richtung Universität zur Minute 40 - exakt der gleiche Zug der S1, den man in Böblingen wesentlich bequemer (Halt am gleichen Gleis) erreicht. Auch bei der Verbindung zum Flughafen würde man den gleichen Zug erreichen, wie mit zweimaligem Umsteigen in Böblingen und Rohr, wobei man darüber geteilter Meinung sein kann, ob das einmalige Umsteigen durch eine Unterführung oder das zweimalige Umsteigen jeweils am gleichen Bahnsteig mühsamer ist. Beim Umstieg auf die Stadtbahnlinien U1, U3 oder U6 könnten sich Zeitersparnisse ergeben.


Insgesamt stehen wir weiteren Halten von RE im S-Bahn-Netz kritisch gegenüber. Die Aufgabenteilung der Zugsysteme ist klar definiert: die RE halten an den Linienendpunkten der S-Bahn und bedienen auf dem Weg zum Hauptbahnhof nur noch die Kreisstädte. Ausnahme ist Bad Cannstatt wegen der historisch gewachsenen Anbindung der Industriegebiete am Neckar an die Rems- und Murrbahn. Die S-Bahn bedient im Anschluss alle Stationen entlang der Linien. Dies garantiert eine gleichmäßige Auslastung der beiden Zugsysteme.

 

Warum ist für die S2 nach Filderstadt nur ein 30-Minuten-Takt vorgesehen?

 

Für die S-Bahn-Verlängerung vom Flughafen nach Filderstadt ist der Einsatz der S-Bahn-Linie S2 im 30-Minuten-Takt vorgesehen.


Der Grund dafür liegt in der Bemessung der Infrastruktur. Bereits in einem frühen Stadium der Planungen war abzusehen, dass die Baukosten wegen der aufwändigen Linienführung (Unterquerung des Flughafens und Tunnellage der Endstation Filderstadt) enorm hoch sein werden. Gleichzeitig haben Gutachter festgestellt, dass für das prognostizierte Fahrgastaufkommen von Filderstadt (inklusive der Fildergemeinden, die mit verschiedenen Buslinien Anschluss an die S-Bahn haben) ein 30-Minuten-Takt ausreichen wird.


Aufgrund des Zwangs, Kosten einsparen zu müssen, wurde beschlossen, den Bau der S-Bahn nur ein- gleisig auszuführen. Diese eingleisige Linienführung lässt nur den 30-Minuten-Takt der S2 zu.


Der 30-Minuten-Takt entspricht zwar nicht dem Bedienungsstandard im Kernnetz der S-Bahn, ist aber durchaus nachfragegerecht, um weiter entfernt liegende Gebiete an das S-Bahn-Netz anzuschließen. Auch bei den jüngsten Projekten zur Erweiterung des S-Bahn-Netzes (Verbindung Renningen - Böblingen, Anschluss von Kirchheim (Teck)) wird allgemein von einem 30-Minuten-Takt ausgegangen.