Pressemitteilung 25.02.2026

Neuer Abo-Rekord: mehr als ein Drittel der Stuttgarter fährt mit Deutschland-Ticket

Abozahlen haben sich seit Einführung des Deutschland-Tickets fast verdoppelt – Investitionen in Angebote, Digitalisierung und On-Demand-Angebote stärken die Mobilität in der Region.

Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit einem neuen Abo-Rekord, steigenden Fahrgastzahlen sowie umfangreichen Investitionen in Digitalisierung stärkt der VVS seine Rolle als verlässlicher Mobilitätspartner in der Region.

Zum Jahresende 2025 zählte der VVS knapp 620.000 Abonnenten – ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (gut 600.000 Abos) und nahezu eine Verdopplung seit Einführung des Deutschland-Tickets im April 2023 (+95 Prozent). In Stuttgart nutzt mehr als ein Drittel der Menschen (38 Prozent) das Deutschland-Ticket. Mehr als ein Viertel der Menschen in Esslingen und Ludwigsburg haben ein D-Ticket (jeweils 27 Prozent), in Waiblingen ist es jeder Fünfte.

Insgesamt wurden im Jahr 2025 rund 377,4 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn im VVS-Verbundgebiet unternommen. Besonders der Ausbildungsverkehr (+3,0 Prozent) und die allgemeinen Zeitkarten (+0,4 Prozent) entwickelten sich positiv. Rund 85 Prozent aller Fahrten werden mit dem Deutschland-Ticket oder dem D-Ticket JugendBW zurückgelegt.

Auch die Einnahmen stiegen deutlich: Mit 752 Millionen Euro lagen sie 7,8 Prozent über denen des Vorjahres. Treiber waren insbesondere die Zeitkarten im allgemeinen Bereich (+17 Prozent) sowie im Ausbildungsverkehr (+17,2 Prozent).

  • Um den positiven Trend im VVS und im ÖPNV allgemein fortzusetzen, sind politische Weichenstellungen nötig. Die VVS-Geschäftsführung nennt die wichtigsten Punkte:
    auskömmliche Finanzierung des D Tickets bis 2030. Vor allem durch einen die Kostenentwicklung korrekt abbildenden Preisindex und eine Dynamisierung des Ausgleichs
  • Stärkere Unterstützung der kommunalen Aufgabenträger bei der Finanzierung des Verkehrsangebots durch Bund und Land
  • verlässliche Förderung alternativer Antriebe

„Ein starker ÖPNV ist entscheidend für eine nachhaltige Mobilität und für die Lebensqualität der Menschen in der Region Stuttgart“, so VVS-Geschäftsführer Dr. Jan Neidhardt. „Wir brauchen ein stabiles Fundament, damit der Ausbau weitergehen kann“, ergänzt VVS-Geschäftsführerkollegin Cornelia Christian.

Mobilität und Nachhaltigkeit: Ausbau trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Der VVS und seine Partner investieren konsequent in ein leistungsfähiges und nachhaltiges Angebot. Mit der Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn (Calw – Weil der Stadt) erweitert sich das Gebiet, das mit dem VVS-Tarif erreicht werden kann. Fahrgäste profitieren künftig von einer Schienenverbindung von Calw nach Stuttgart in rund 60 Minuten. Auch die vollständige Wiederinbetriebnahme der Wieslauftalbahn und der Ausbau der Stadtbahnlinie U1 mit dem perspektivischen Einsatz von 80-Meter-Zügen stärken den Schienenverkehr in der Region.

Im Busverkehr sorgen in diesem Jahr 13 neu vergebene Linienbündeln für ein verbessertes Angebot. Davon sind Anfang des Jahres bereits sieben in Betrieb gegangen, darunter in Leonberg, Weil der Stadt und im Strohgäu. Im Laufe des Jahres kommt der Stadtverkehr in Stadt und Kreis Göppingen sowie der Busverkehr im Mittleren Heckengäu und in Murrhardt dazu.

Das On-Demand-Angebot VVS-Rider entwickelt sich dynamisch: Seit Mai 2023 wurden rund 150.000 Fahrten mit insgesamt 1,5 Millionen Kilometern durchgeführt – eine Strecke, die viermal der Entfernung zum Mond entspricht. Zur Einordnung: Die S-Bahn, Busse und Regionalbahnen legen 2025 rund 115 Millionen Kilometer zurück – eine Strecke, die rund 300-mal der Entfernung zum Mond entspricht. Die Zufriedenheit des VVS-Riders liegt bei 4,8 von 5 Sternen. Über 53.000 Fahrgäste nutzen bereits die VVS-Rider-App.

„Der Ausbau des Angebots ist für uns kein Selbstzweck“, betont VVS-Geschäftsführer Dr. Jan Neidhardt. „Mit neuen Strecken, modernen Fahrzeugen und innovativen On-Demand-Angeboten schaffen wir echte klimafreundliche Alternativen zum Auto – auch in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld.“

Kostensteigerungen machen Tarifanpassung notwendig

Die Verkehrsunternehmen stehen weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten führen zu Kostensteigerungen von mehr als 6 Prozent.

Die Tarifanpassung im Sommer 2025 von 5,2 Prozent konnte diese Entwicklung nur teilweise ausgleichen. Für Sommer 2026 ist – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gremien – eine weitere Anpassung von 5,9 Prozent vorgesehen – weiterhin unterhalb der tatsächlichen Kostensteigerung.

Familien profitieren künftig von einer neuen Regelung: Beim Einzel-TagesTicket können bis zu drei Kinder kostenlos mitgenommen werden. Fahrgäste mit Deutschland-Ticket oder D-Ticket JugendBW sind von den Anpassungen nicht betroffen.

„Wir müssen bei einer angespannten finanziellen Situation der Kommunen die wirtschaftliche Stabilität des Systems sichern, ohne die Attraktivität des Angebots aus dem Blick zu verlieren“, erklärt VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian. „Tarifanpassungen sind angesichts der Kostenentwicklung unumgänglich – gleichzeitig investieren wir gezielt in Qualität und Ausbau.“

Der VVS fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen – insbesondere eine auskömmliche Finanzierung des Deutschland-Tickets bis 2030 sowie planbare Fördermittel für alternative Antriebe.

Digitale Offensive: Mehr Service, mehr Transparenz, mehr Nähe

Der VVS treibt die Digitalisierung konsequent voran und hat im Sommer 2025 eine neue App in die Stores gebracht. Sie gehört zu den bundesweit top platzierten Reise-Apps. Fahrplanauskunft in Echtzeit, Ticketkauf und Störungsinformationen sind gebündelt auf einer Plattform verfügbar. Insgesamt informieren sich 600.000 Nutzer über die VVS-App.

Mit dem Relaunch der Website vvs.de, der interaktiven Baustellenkarte (baustellenkarte.vvs.de) sowie dem Ausbau der dynamischen Fahrgastinformation im Busverkehr verbessert der VVS die Information seiner Kundinnen und Kunden deutlich. Die Website wurde seit dem Relaunch im September 2025 knapp 7 Millionen mal abgerufen und verzeichnet rund 450.000 wiederkehrende Nutzer.

Auch in den sozialen Medien ist der VVS führend unter den deutschen Verkehrsverbünden. 25.000 Follower auf Instagram, 40.000 Follower auf Facebook und mehr als 1.000 Follower auf LinkedIn hat der VVS mittlerweile.

Eine gemeinsame Kampagne mit DB und SSB zum zweijährigen Bestehen des Deutschland-Tickets führte zu mehr als 4.000 Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern.

„Wir verstehen uns als Partner unserer Fahrgäste – digital, transparent und dialogorientiert“, sagt VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian. „Unsere App, unsere digitalen Services und unsere Kommunikationskanäle sorgen dafür, dass Information dort ankommt, wo sie gebraucht wird – schnell, verständlich und zuverlässig.“

ÖPNV als Wirtschaftsfaktor

Eine aktuelle Studie der TU München unterstreicht die volkswirtschaftliche Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs: Jeder investierte Euro zahlt sich dreifach aus. Der ÖPNV generiert deutschlandweit eine jährliche Wertschöpfung von rund 75 Milliarden Euro.

„Der ÖPNV ist nicht nur Klimaschutzinstrument, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor“, so Jan Neidhardt. „Ein starker Nahverkehr ist Grundlage für Lebensqualität, Standortattraktivität und wirtschaftliche Entwicklung.“ (uli)