Pressemitteilung • 09.09.2026
Erste Hilfe hat für ihn Vorfahrt
Der sechste VVS-Zivilcouragepreis geht an Marcel Mittelsdorf, Busfahrer beim Unternehmen Melchinger im Landkreis Esslingen
Der 38-jährige Marcel Mittelsdorf aus Neckartailfingen bekommt den Zivilcouragepreis für seinen Einsatz und seine Hilfsbereitschaft in einer medizinischen Notfallsituation. Als ein Fahrgast während der Fahrt das Bewusstsein verlor, unterbrach er die Fahrt, verständigte den Rettungsdienst und leistete Erste Hilfe.
Mittelsdorf arbeitet seit August 2025 als Busfahrer und ist hauptsächlich auf den Linien 167, 187, 808 und 809 unterwegs. An seinem Beruf schätzt er vor allem die Abwechslung und die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen. „Kein Tag ist wie der andere. Man wird immer wieder vor neue Situationen gestellt und muss aufmerksam und verantwortungsvoll reagieren“, sagt der 38-Jährige. Die Hilfe für den Fahrgast sei eines der Erlebnisse gewesen, die ihm besonders in Erinnerung geblieben seien.
Der Vorfall ereignete sich auf der Linie 167 im Aichtal. Mittelsdorf bemerkte, dass einem Fahrgast plötzlich schwindelig wurde und die Frau kurz darauf bewusstlos wurde. Ohne zu zögern, unterbrach er die Fahrt und leistete Erste Hilfe. Dabei blieb er die ganze Zeit an ihrer Seite, beruhigte sie und stellte sicher, dass sie beim Eintreffen des Rettungsdienstes sicher an die Einsatzkräfte übergeben werden konnte.
Für Marcel Mittelsdorf war in diesem Moment sofort klar, was zu tun ist: „Als die Frau bewusstlos wurde, habe ich den Bus angehalten und mich um sie gekümmert. In einer solchen Situation spielen der Fahrplan und mögliche Verspätungen keine Rolle. Wichtig war nur, ihr zu helfen.“
Die betroffene Frau nominierte Marcel Mittelsdorf anschließend für den VVS-Zivilcouragepreis. Besonders beeindruckt habe sie, dass er ohne Rücksicht auf den Fahrplan an Ort und Stelle geblieben sei und Erste Hilfe geleistet habe. Da sie selbst im Rettungsdienst arbeitet, wisse sie, dass ein solches Verhalten keineswegs selbstverständlich sei. Für sie war es ein außergewöhnlicher und besonders dankenswerter Einsatz von ihm.
Auch Klaus Melchinger vom Busunternehmen Klaus Melchinger Linie – Shuttle – Transfer würdigt das Verhalten seines Mitarbeiters: „Marcel Mittelsdorf hat in dieser Ausnahmesituation genau richtig gehandelt. Er hat sofort erkannt, dass schnelle Hilfe notwendig ist und dabei ruhig und verantwortungsbewusst reagiert. Die Gesundheit und Sicherheit der Fahrgäste haben immer Vorrang. Wir sind stolz darauf, dass Herr Mittelsdorf sofort eingegriffen und die Frau bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut hat.“
VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian betont die Bedeutung seines Handelns: „Marcel Mittelsdorf hat nicht weggeschaut, sondern ohne zu zögern Verantwortung übernommen. Mit seinem fürsorglichen Handeln hat er einem Fahrgast in einer schwierigen Situation Sicherheit gegeben und dafür gesorgt, dass sie schnell die notwendige Hilfe erhielt. Dieser Einsatz ist ein starkes Beispiel für gelebte Zivilcourage und verdient unsere besondere Anerkennung.“
Der VVS-Zivilcouragepreis wird in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehen. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich in besonderem Maße für andere im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt haben – unabhängig davon, ob es sich um Fahrgäste, Beschäftigte im Fahrdienst oder Passantinnen und Passanten handelt.
(jan)