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Pressemitteilung 26.08.2026

Wasserstoffbusse im Remstal: Zwischenbilanz zum Probebetrieb

Positives Fazit beim Pressetermin an der neuen Wasserstofftankstelle am Waiblinger Tor

Stehen alle vor einem Wasserstoffbus an einer Wasserstoff-Tankstelle: Tobias Schunn (Abteilungsleitung Verkehrsmanagement & nachhaltige Mobilität Stadt Waiblingen), Dieter Schienmann (Baubürgermeister Waiblingen), Simon Kistner (Dezernent des Landratsamts Rems-Murr-Kreis), Cornelia Christian (VVS-Geschäftsführerin), Birgit Stoib (FMO-Geschäftsführerin) und André Steinau (HyWaiblingen-Geschäftsführer) (v.l.n.r.).
Präsentieren die Wasserstofftankstelle in Waiblingen: Tobias Schunn (Abteilungsleitung Verkehrsmanagement & nachhaltige Mobilität Stadt Waiblingen), Dieter Schienmann (Baubürgermeister Waiblingen), Simon Kistner (Dezernent des Landratsamts Rems-Murr-Kreis), Cornelia Christian (VVS-Geschäftsführerin), Birgit Stoib (FMO-Geschäftsführerin) und André Steinau (HyWaiblingen-Geschäftsführer) (v.l.n.r.).
Tobias Bloos von der FMO startet den Tankvorgang.
Tobias Bloos von der FMO startet den Tankvorgang.
Ein Bus steht zum Tanken an der Wasserstofftankstelle bereit.
Ein Bus steht zum Tanken an der Wasserstofftankstelle bereit.
Der Zapfhahn bei der Wasserstoff-Betankung.
Die Wasserstoff-Betankung aus der Nähe.

Schon seit einigen Monaten sind sie auf der Straße zu sehen: Die ersten sechs Wasserstoffbusse befinden sich seit Ende Mai 2026 im Probebetrieb. Der Landkreis hat sich für einen umfassenden Probebetrieb von Bussen und Tankstelle entschlossen, um die neue Technik ausgiebig zu testen. Nun zieht der Landkreis zusammen mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eine positive Bilanz.

„Die Busse fahren mittlerweile unter der Woche nahezu jeden Tag und auch komplette Umläufe störungsfrei – und das auch bei der großen Hitze der letzten Wochen. Das sind gute Vorzeichen für den vollständigen Übergang in den Regelbetrieb, der ab Oktober geplant ist“, so Daniel Wiedmann, Leiter des ÖPNV-Amts im Landratsamt.

Leuchtturmprojekt in Deutschland

Insgesamt sind drei Wasserstofflinienbündel in den Verkehrsräumen Fellbach/Kernen, Waiblingen und Weinstadt/Korb geplant. Damit wird ab Januar 2027 in Weinstadt/Korb sowie ab August 2027 in Fellbach/Kernen der gesamte und in Waiblingen ein großer Teil des regulären Linienverkehrs vollständig emissionsfrei erbracht. Die gesamte verbleibende Verkehrsleistung wird mit sauberen Fahrzeugen erbracht. Die Klassifizierung als „sauberes Fahrzeug“ bedeutet einen um 90 Prozent geringeren C02-Ausstoß im Vergleich zum herkömmlichen Dieselbus.

Weitere 7 Wasserstoffgelenkbusse werden gegen Ende des Jahres erwartet. Der Einsatz dieser Busse ist ab Januar 2027 vorgesehen. Während die Genehmigung für den noch fehlenden Elektrolyseur der Tankstelle mittlerweile vorliegt, fehlt noch ein für den Betrieb des Elektrolyseurs notwendiger Trafo. Dieser soll gegen Jahresende geliefert werden. 

Das Projekt gilt als Leuchtturmprojekt in Deutschland, da die Tankstelle nicht nur Busse betankt, sondern ab voraussichtlich Anfang 2027 grünen Wasserstoff direkt vor Ort herstellt. 

Der Landkreis und die Stadt Waiblingen investieren dabei gemeinsam 11,7 Millionen Euro in das Projekt – jeweils hälftig. Die HyWaiblingen hat für das Projekt insgesamt 5 Millionen Euro an Bundesfördermitteln erhalten.

„Ich freue mich, dass die Busse inzwischen erfolgreich unterwegs und im Stadtbild sichtbar sind“, ergänzt Landrat Dr. Richard Sigel. “Mit diesem Projekt verbinden wir klimafreundliche Mobilität mit dem Aufbau einer zukunftsfähigen Energieinfrastruktur vor Ort. Unser Ziel ist dabei, Dieselbusse zu ersetzen – das bedeutet weniger Lärm und weniger Abgase im Linienverkehr“, so der Landrat weiter. „Wasserstoff ist bei uns Teil einer Gesamtstrategie zum stärkeren Einsatz von erneuerbaren Energien – unter anderem auch mit einer Zukunftswerksstatt am Beruflichen Schulzentrum Backnang. Dort bilden wir den technischen Nachwuchs bewusst für alle Antriebsformen aus.“

„Die Clean Vehicle Directive gibt ein klares Ziel vor: Der Busverkehr muss Schritt für Schritt emissionsfrei werden. Welcher Antrieb dafür am besten geeignet ist, hängt stark von den Bedingungen vor Ort ab. Neben batterieelektrischen Bussen können wasserstoffbetriebene Busse bei anspruchsvollen Einsatzbedingungen eine wichtige Rolle spielen“, sagt VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian.

Durch das Wasserstoffprojekt des Landkreises und die damit zusammenhängenden Vergaben der Buslinien 1 (Fellbach/Kernen), 2 (Weinstadt) und 3 (Waiblingen) mit Wasserstoffbussen werden die Vorgaben der Clean Vehicle Directive übererfüllt. Dies ermöglicht es dem Landkreis Kosten einzusparen, indem andere Linienbündel ohne emissionsfreie Fahrzeuge ausgeschrieben werden können. 

Warum Wasserstoff im ÖPNV eine wichtige Alternative bleibt

Der Landkreis hat die Entwicklung von Antrieben mit Batterie und Brennstoffzelle im Blick. Dabei zeigt sich: Busse mit Brennstoffzellenantrieb werden zunehmend konkurrenzfähiger. Gleichzeitig schreitet der Ausbau des Stromnetzes gerade im ländlichen Raum sowie die Elektrifizierung von Busbetriebshöfen nicht in der nötigen Geschwindigkeit voran, damit Elektrobusse mit Batterie konsequent überall eingesetzt werden können. Auch zeigen praktische Erfahrungen im Schwäbischen Wald, dass die Reichweite von diesen Bussen bei anspruchsvollen Linienwegen und kalten Temperaturen betrieblich noch nicht optimal ist.

Mit Blick auf künftig strengere Vorgaben für einen emissionsfreien ÖPNV bleibt Wasserstoff eine wichtige Technologie, um die emissionsfreie Mobilität weiter auszubauen.

Warum die Wasserstoffversorgung gestärkt werden muss

Der technologische Wandel im ÖPNV gelingt nur, wenn ausreichend leistungsfähige Lade- oder Betankungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Genau hier setzt das Projekt an: mit einer Wasserstofferzeugungsanlage und Tankstelle für den Linienverkehr – als Grundlage, um dezentral die zukünftig zwingend notwendige Versorgung mit grünem Wasserstoff zu verstetigen.

Wer trägt das Projekt?

In Waiblingen realisiert die HY.Waiblingen bestehend aus den Stadtwerken Waiblingen, der ITEM UG und dem integrierten Energieversorger GP JOULE ein komplettes Wasserstoffökosystem für die Mobilität. 
Das Projekt setzt den Fokus auf nachhaltige Innovation und regionale Wertschöpfung. Denn der grüne Wasserstoff soll langfristig direkt vor Ort aus regionalen erneuerbaren Energien produziert und von den Menschen in der Region im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden.

HY.Waiblingen gehört zum Verbundprojekt „H2Rivers“, das sich über die Metropolregion Rhein-Neckar erstreckt. HY.Waiblingen erhält eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Programms HyLand in der Kategorie HyPerformer.  Das Projekt H2Rivers wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.
 

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